Ein hässiger Liebesbrief an meine Freunde aus der „linken Szene“

Jungs ich liebe euch, aber ihr macht mich manchmal verdammt wütend… Ein Gastbeitrag, mit freundlicher Genehmigung von barrikade.info

Vor kurzem bin ich über diesen Brief gestolpert. Erschienen ist er am 29.6.2020 auf der offenen Plattform barrikade.info. „Eine offene Informations-Plattform, auf der jede Person aktuelle Nachrichten, Analysen und Debatten aus einer antiautoritären und revolutionären Perspektive verbreiten kann.“ Das Moderator*innen Team von barrikade.info war so freundlich und hat uns erlaubt, den Brief auch auf diesem Blog zu veröffentlichen. Verfasst wurde der Brief von annonym. Dieser Text richtet sich an cis Männer der „linken Szene“. Der Text kann von Männern als „unangenehm“ empfunden werden, sollte aber unbedingt gelesen werden! Vergesst nicht, liebe Männer, dieses „unangenehm“ Empfinden ist nicht gleichzusetzen mit dem Erleben von sexistischen Übergriffen. Vergesst das bitte nicht während der Lektüre des Briefes und auch sonst. Viel zu oft ist es nämlich so, dass über (sexualisierte) Übergriff in der „Linken Szene“ erst gesprochen wird, nachdem sie passiert sind. Das Thema muss vorher auf die Tagesordnung, denn wenn es passiert ist, ist es zu spät. Das Thema muss jetzt auf die Tagesordnung den (sexualisierte) Übergriff in der „Linken Szene“ passieren andauernd. Höchste Zeit, sich mit (seinem) Mackertum und (seinem) sexisistischem Verhalten auseinanderzusetzten, es zu Reflektieren und so dazu beizutragen, dass weniger Übergriffe passieren. Denn es ist ein männliches Privileg, sich nicht regelmäßig mit sexistischen Übergriffen auseinandersetzten zu müssen.

Ein hässiger Liebesbrief an meine Freunde aus der „linken Szene“

Jungs ich liebe euch, aber ihr macht mich manchmal verdammt wütend.

Seit Jahren rede ich mit euch – cis Männern aus der “linken Szene” aka Reitschuleumfeld – über Feminismus, Sexismus und sexualisierte Gewalt, meine Rolle darin, eure Rolle darin und darüber wer welche Bemühungen machen muss, um dies zu bekämpfen. Immer wieder wird mir in solchen Gesprächen versichert , dass ihr eine kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeit wichtig findet und euch tiefer mit Feminismus und euch selber auseinandersetzen wollt. Mir fällt auf, dass dieser Auseinandersetzung unter euch cis-Männern , die ihr “eigentlich” machen wollt und euch auch auf die politische Fahne schreibt, aber immer alles mögliche im Weg steht… 1. Mai_wichtigere Probleme_Sex_Studium_Job_Kapitalismuskritik_politischer Aktivismus_Saufen_Fuck cops_Stress im Kollektiv_Demos. Oder aber ihr merkt, dass es eine sehr anstrengende, tiefsitzende Sache ist und schmeisst kurzerhand wieder den Bettel hin, um euch einfacherem zu widmen. Ich verstehe, dass wir nicht alle die Prioritäten gleich setzen, aber hier will ich einfach mal rauslassen wie unglaublich wütend und enttäuscht ich bin. Darüber, dass ihr euch immer und immer wieder erfolgreich rausredet und uns im Stich lässt.
Es stehen euch vielerorts gute Argumentationen dazu zur Verfügung, wieso politische Kämpfe nicht nur auf einer rationalen Ebene geführt werden können. Merci all denen, die diese harte argumentativ saubere Arbeit machen. Dieser Brief ist das nicht, er ist ein Wutausbruch.

Mimimi, immer di gleiche Leier

In all den Gesprächen, die ich geführt habe sind immer dieselben Argumente gekommen. Hier meine Sammlung plus zum Teil meine Kommentare dazu:

  • “Ich bin ja selber nicht perfekt, ich habe nicht das Recht mich dazu zu äussern/dafür einzusetze.”
  • “I ma nid immr dä si, wo das ahspricht, i närvä scho süsch geng und bi scho schüsch immer dä wo aus ahrisst” —> meinsch ig ma immer diä si? meinsch ig ma sexualisierti gwaut erläbä?
  • “Ke zyt”, iz während corona hettimä zyt gha abr när hets gheisse mit skype schissts a —> EXCUSES! Das isch eifach Bequemlechkeit & Feigheit
  • “i ma nid mitm zeigendä finger” —> muesch o nid! säg eifach „hey du cis dude, ig ha mit däm müäh, geit dir das o so?“. du muesch nid preachä, du muesch nid perfekt si, du muesch nid dr “perfekt feminist” si. Si mir o nid. Fang eifach nöimä a.
  • “die, die es nötig hätten, kommen dann nie”. scheisse, ihr habt es auch nötig! wie oft habt ihr schon mit Männern richtig über irgendwas davon geredet… z. B über angst/gewalt im ausgang, über mackertum oder übergriffiges Verhalten im eigenen Umfeld, etc.
  • “Es ist halt anstrengend.” Weisst du, was anstrengend ist? Jeden FUCKING Moment meines Lebens, potentiell sexualisierter Gewalt und Sexismus ausgeliefert zu sein. Auch an Orten, an denen ich mich sicher fühl(t)e. Im 20er Bus, in Meinem Bett, an Meiner WG Party, auf Meinem WC, in Meinem politischen Zuhause, in Meinem Kinderbett. Jede. verdammte. Sekunde. in. Meinem. Leben. in. Meinem. Körper. DAS ist anstrengend.
  • “Ihr FINT*-Personen müsst aus dieser Opferrolle rauskommen, da können wir Cis-Männer euch auch nicht helfen!” Huere siech nomau da habt ihr vieles einfach GRUNDLEGEND falsch verstanden. 1. Ist es nicht eine ROLLE, denn Übergriffe und Sexismus passieren tagtäglich im echten Leben. 2. Müssen nicht wir da rauskommen, sondern ihr AUFHÖREN damit und 3. Ist es sehr wohl an euch uns zu supporten beziehungsweise EUCH zu supporten dabei, euch damit auseinanderzusetzen! Tut es nicht für uns, sondern in erster Linie für euch selbst und somit für uns alle. Weil ihr selber viiiiel tiefer in dieser Scheisse drin sitzt, als euch lieb ist. Findest du Sexismus scheisse? Gut! Dann fang bei dir an! Und keine Angst, es ist nicht so, dass wir einfach nichts tun. Im Gegenteil. Meine Arbeit, diese ganze Scheisse auszuhalten passiert in jedem Moment meines Lebens. Und vielmals in momenten, in denen ich es überhaupt nicht erwarte.
  • “Es überfordert mich!” Scheisse, ich bin auch ein geübtes Stehaufmenschlein, vom ständigen überrumpelt, überrannt, übergangen, übergriffen werden. Meint ihr das sei nicht überfordernd? Ihr verlangt Rücksichtnahme, weil ihr von Auseinandersetzungen über kritische/toxische Männlichkeit, sexualisierter Gewalt und Sexismus überfordert werdet? Ich nehme schon lange immer und immer wieder Rücksicht. Aber IRGENDWANN muss bei EUCH auch was gehen huere siech! Das ist ein uhuere Ungleichgewicht, das komplett am Ziel vorbei schiesst, Sexismus zu verhindern.
  • “Ich will nicht der sein / es ist schwierig so Sachen anzusprechen, den Flow zu stören etc.” —> HAST DU DAS GEFÜHL FÜR MICH IST ES EINFACH? DAS SIND ALLES SCHEISS AUSREDEN. ICH WILL SIE NICHT MEHR HÖREN.
  • “Dir Betroffne müesst öich nid ersch denn wehrä wes scho z spät isch”. Was zur höu isch nid verständlech dran, dasses gar nid ersch i die Situation darf cho, dass sech überhuopt irgendöper gäge Sexismus oder sexualisierter Gwalt muess wehrä? Anstatt so einen dummen spruch zu bringen könntest du dir überlegen, wie du in solchen momenten unterstützen könntest!
  • “Es muess so überebracht wärde, das o für Type verständlech & zuegänglech isch, was dis Problem isch.” Huere Siech! Es ist nicht mein Problem, und auch nicht das Problem aller FINT*-Personen. Es ist EUER Problem! Das Problem wird nicht erst dann zum Problem, wenn es von den betroffenen angesprochen wird. Wollt ihr wirklich so unselbständig sein, so passiv, nichts davon selber anpacken? Wollt ihr die Verantwortung über Prävention von Sexismus und sexualisierte Gewalt bei denen lassen, denen all diese Kackscheisse bereits mehrfach widerfahren ist?
  • “Es ist utopisch zu denken, dass in der Szene Sexismus schneller behoben ist, als im Rest der Gesellschaft. Du darfst nicht zu viel von uns erwarten.” AUSREDE! Sobald ein Prozess in Gange kommt, sobald du dich mit andern Männer über diese Themen im Bezug auf dein eigenes Leben auszutauschen beginnst, sobald du anerkennst, dass es dich in diesem Kampf braucht, dann werde ich sehr viel Verständnis dafür haben, dass es seine Zeit braucht. Nicht aber, wenn du NULL Bereitschaft zeigst, es überhaupt zu versuchen. Vielleicht merkst du in dem moment, in dem dir was unangenehm ist in der gruppe anzusprechen, wie fest DICH das patriarchat unterdrückt. Willst du weiterhin in einer welt leben, in der mensch angst haben muss, was anzusprechen? MACH WAS! BEWEG WAS! BEWEG DICH!
  • Es betrifft DEINE liebsten! Vielleicht eins deiner Geschwister, dein Gspusi, dein Göttichind und viele von all den Menschen, mit denen du befreundet bist, politisch aktiv bist oder zusammenarbeitest. Die einen sind von Sexismus und sexualisierter Gewalt betroffen, die anderen verhalten sich sexistisch und übergriffig oder verhindern es nicht. Und du?
  • Ich habe Freunde, die sind extrem reflektiert, haben 100 feministische Bücher gelesen und haben ein mega gutes Gspüri. Ich habe mit ihnen schon Stundenlang, ja Jahrelang über meine feministische und/oder queerfeministische Auseinandersetzung Gespräche geführt und bin mega dankbar dafür. ABER sie sprechen nicht mit cis MÄNNER darüber. WTF! KREIERT EURE EIGENEN SPACES! Teilt eure Erfahrungen!
  • So beschisse das ig das so dermasse hässig muess schribe, zum mir überhoupt ghör verschaffe! Wenis sachlech thematisiere wirds nid mau villech ärnscht gno! machet öii sensorä uf!! Scho mau vo internet ghört?? It’s a thing! Es git gnue Texte, Fiume, Usfüehrige und Verastautige über die Themä. Sexistischi Kackscheisse isch überau! Achtet öich druf, ou ohni dases öich e betroffni Person hässig und immer wider muess vor d Nase ha. Es geit öich gopfertami aui öpis a!
  • Eure verdatterten Gesichter, wenn ich dann mal emotional werde oder Tränen vergiesse… So emotional bin ich nicht, weil ich einfach schnell emotional werde, sondern weil die Gefühle und Verletzungen ungeheuerlich tief sitzen und über lange Zeit angewachsen sind! Wut, Empörung, Ohnmacht, Anstrengung über diese Arbeit, die eigentlich EURE Arbeit ist. Kein Wunder bleibt ihr emotionslos, solange ihr euch unbeteiligt fühlt. Eure Gesichter, die Bände darüber sprechen, dass euch Emotionen überfordern und dass ihr euch aus den “Dramen” raushalten wollt. Es hat sehr viel mit euch zu tun, dass ich wütend_traurig_entsetzt_ohnmächtig_scheisseverdammtnochmal hoch emotional bin. Weil latenter Sexismus und sexualisierte Gewalt überall sind, aber nicht ernst genommen werden! Begreift, dass ich deshalb emotional bin, weil ich all diese Scheisse entweder die ganze Zeit aushalten muss oder aber STÄNDIG dagegen ankämpfen muss, koche vor Wut, mich nie sicher fühle und von euch nichts als Ausreden höre, damit ihr nichts verändern müsst.
Merci an die, die Arbeit bereits machen!

An die cis Jungs, die aktuell an solchen Fällen dran sind und sich untereinander und mit Frauen, trans und nicht-binären Personen mit (ihrer) toxischer Männlichkeit & Feminismus auseinandersetzen: Ich weiss, es ist scheiss schwierig, ich weiss es ist schmerzhaft und sowas von anstrengend. Ich lebe diesen Kampf jeden verdammten Tag. Ihr kämpft gegen toxische gesellschaftliche Normen an und das ist verdammt wichtig. Gebt nicht auf. Ihr werdet Fehler machen und ihr werdet an ihnen wachsen. So wie ich auch. Ihr seid Vorbilder für die, die das auch sehen. Ich liebe euch. Bleibt mutig. Bleibt verletzlich. Gebt euch diesen Raum, nehmt euch diesen Raum. Es lohnt sich. Es ist unsichtbar „gegen aussen“, es entspricht vielleicht nicht eurer Fantasie von „Aktivismus“ aber es ist das krasseste, mutigste, wichtigste und nachhaltigste, was ihr machen könnt. Denn Leute, DAS ist politische Arbeit. Das ist Bewegung. Ihr seid die Bewegung. Mit euch fühle ich mich save! Dank eurer Sensibilität, Feinfühligkeit und vorallem dank eurer Fähigkeit über euch selber nachzudenken und darüber zu sprechen entstehen Gespräche auf Augenhöhe. Durch diese Auseinandersetzung entstehen Beziehungen und Freundschaften, die politisch und persönlich verdammt wichtig und nachhaltig sind. Ich bin scheiss dankbar für euch. Ich verliebe mich in eure Seele, wenn ihr das tut und beim Sex fühle ich mich bei euch nicht in Gefahr. Ich sehe euch. Ich fühle mich sicherer mit euch. Ich bin verliebt in eure Verletzlichkeit. Und ich kämpfe an eurer Seite. Für immer <3

Was jetzt?
  • Wenn du eine Ausrede in dir Aufkommen spürst, frag dich, was wirklich dahinter steckt und wie du das überwinden kannst. Wieso willst du dich nicht damit Auseinandersetzen? Warum brauchst du diese Mauer? Wovor schützt sie dich? Willst du das? Brauchst du diese Mauer noch?
  • Führe ein Gespräch über Männlichkeit mit deinen Freunden. Was ist Männlichkeit? Wie hat es dich in deiner Entwicklung, deinen Werten, deinen Beziehungen, deiner Sexualität und deinen Vorstellungen von was du wie machst, beeinflusst? Willst du das? Wie kannst du das entlernen? Sprich über deine Erfahrungen, nicht nur auf der Metaebene.
  • Wenn du nicht gerne darüber sprichst: Lies Bücher zum Thema und schreib ein fucking Tagebuch!
    Führe Gespräche über Privilegien. Sprich darüber, welche Aspekte im Alltag, in deinen Gewohnheiten, im Bezug auf Sexualität und Beziehungen selbstverständlich für dich sind. Ist es das für alle anderen auch? Warum ist das so? Muss das so sein? Wie ist das für nicht cis-männliche Menschen? Sprich nicht nur ÜBER diese Themen —> sprich über dich! was es mit dir zu tun hat. nicht nur mit FINT* Personen, sondern mit cis Männern.
  • Kreiert eure eigenen Spaces! DO THE FUCKING WORK. Befreit euch aus eurem Scheiss!
  • Listen! Hör uns zu, auch wenn wir nicht weinen oder wütig scheinen. Nur weil du etwas nicht siehst/erlebt hast, heisst es nicht, dass es nicht passiert. GLAUB UNS!
  • Bilde dich zum Thema GLASLIGHTING!
  • Sprich Menschen auf das Thema an, die du nicht aus deiner „Bubble“ kennst. z.B. Alte Schulfreunde, Eltern, Grossväter etc. du musst ja nicht grad mit sexualisierter Gewalt anfangen sondern kannst ja mit „weisst du noch damals das und das? Ich hab mich so gefühlt und es hat das mit mir ausgelöst. Wie hast du das erlebt? etc.“
  • Suche nicht immer neue Ausreden, wieso du dich mit dem Thema nicht auseinandergesetzt hast oder mit deinen Freunden darüber geredet hast. Benutze die Energie, die du brauchst um Ausreden zu finden, um dich mit der Thematik auseinanderzusetzen!
  • Überwinde deinen Stolz/ deine Angst und bekenne dich zu dieser Herausforderung! Übernimm Verantwortung!
  • Wenn dir meine Vorschläge nicht gefallen DANN ÜBERLEG DIR DEIN EIGENES ZEUG. Frag nicht andere FINT* Personen. FRAG cis MÄNNER, wie ihr einen Zugang zu dieser Auseinandersetzung findet, der zu euch passt. Das ist eure Aufgabe, nicht unsere!
  • Haltet einander Accountable. Fragt nach: und hast du dich bei ihr entschuldigt? Und, was machst du, um dich damit auseinanderzusetzen? Wolltest du nicht mal einen Workshop zu dem Thema machen? Hast du dich bei einer Therapeutin gemeldet?
  • Wenn eine FINT*-Person etwas sexistisches sagt und dir das auffällt, falle sie nicht an mit „eeeeeyyyyy, wenn ich so was sagen würde würdest du mich zur Schnecke machen und sowieso du bist immer so sexismus-Police, blablabla“ sondern sprich sie drauf an aber sprich auch alle deine cis-männlichen Freunde immer drauf an wenn sie sowas sagen, nicht nur die, die sonst die Rolle der „Sexismus-Polizei“ haben.
  • Wehre dich gegen Sexismus/sexistische Sprache/etc so wie du dich hoffentlich (!) gegen Rassismus wehrst und umgekehrt. Es greifen ähnliche Machtmechanismen.
  • Lies Texte zum Thema, schaue Filme zum Thema, Höre Podcasts zum Thema.
  • Sagt euren Freund*innen, dass ihr auf eigenes problematisches/verletzendes Verhalten hingewiesen werden wollt. Dankt ihnen, wenn sie es tun. Beachte dabei, dass einem kritischen Feedback i.d.R. immer erst mit Ablehnung begegnet wird.
  • Investiere einen Teil der Zeit, die du mit Biertrinken mit Freunden und Blödsinn labern verbringst mit Themen wie Sexismus, Privilegien, Macht, Gefühle, selbstzerstörerisches Verhalten, Sexualität, Selbstverständlichkeiten aufgrund deiner Sozialisation etc.
  • Investiere die Zeit, die du mit politischem Wissensgewichse in einer Gruppe treibst mit Themen wie Sexismus, Privilegien, Macht, Gefühle, selbstzerstörerisches Verhalten, Sexualität, Selbstverständlichkeiten aufgrund deiner Sozialisation etc.! Darüber Reden ist ein Anfang, danach überlegt, wie ihr andere motiviert, es auch zu tun.
  • Sag deinen Kollegen nicht nur: “Alter, das ist scheisse”. Frag, wenn sie so etwas sagen, warum sie das sagen. Sag ihnen, dass dir aufgefallen ist, dass sie das oft machen. Sag ihnen, warum du das für sexistisch, homophob etc hältst. Führe ein ehrliches interessiertes Gespräch mit ihnen.
  • Bleibt dran, denkt mit! Die Themen sind vielschichtig und betreffen jegliche Bereiche unseres Alltags. Beispiele:
  • Beim Sex IMMER Verantwortung für safer sex und Empfängnisverhütung zu übernehmen, gehört auch dazu!
  • Kauft in euren cis Männer WGs Tampons, das gehört in den Haushalt, wie Seife, WC-Papier und eben Kondome. Und jammert nicht, wenn der scheiss teuer ist. We know! Ein Abfalleimer im Bad wäre auch näiss, damit wir die Blutigen Tampons und Binden nicht in die Küche schmuggeln müssen. / Eure FINT* Kontakte wollen nicht wegen sowas nach Hause müssen.
  • Wenn es dich emotional/psychisch/physisch überfordert, zum Verzweifeln bringt, stresst, du dich anfängst zu hassen etc, such dir Unterstützung in einer Therapie, einem Freund / einer Gruppe. Ich mache das auch! Lade deinen Frust irgendwo ab, das ist wichtig! Aber lade ihn nicht bei Betroffen ab. Sich um dich zu kümmern, wollen wir NICHT auchnoch zu unserer Aufgabe machen!
  • Nutze diesen Brief als Diskussionsvorlage.
Paar Ressourcen:

Ich liebe euch so fest, aber ihr macht mich ächt hässig.

So. und jetzt macht EURE Arbeit.

Solidarisch,
Your feminist next Door aus der Szene

P.S.
  • Ich mag mir hier auch nicht Mühe geben, das perfekt zu formulieren und alles durchzudenken. Darauf kommt es gerade nicht an. Ich muss diese Arbeit nicht machen. IHR MÜSST SIE MACHEN. /// und wenn ihr euch über die orthografie oder formulierung dieses textes aufregt, well hello! das ist auch ein Abwehrmechanismus, um sich nicht mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Fragt euch, warum ihr das macht.
  • Dieser Brief richtet sich aus meiner Erfahrung heraus an cis Männer, die (soweit ich das weiss) auf Frauen stehen. Bei meinen (männlichen) Freunden, die trans oder schwul sind, habe ich das wesentlich weniger oder gar nicht beobachtet. Das heisst nicht, dass sie_wir dieses Verhalten nicht auch an den Tag legen können, insbesondere in Bezug auf Bereiche, wo sie_wir selber nicht betroffen sind (Rassismus, Homophobie und Transphobie, Ausgrenzung wegen be_Hinderung etc.). Diese auch wichtige Auseinandersetzung ist aber nicht Thema dieses Textes. Danke all denen, die diese anderen und doch so miteinander verbundenen Kämpfe kämpfen!
  • ICH bin mehrere Personen.

Der ursprüngliche Text ist auf barrikade.info am 29.6.2020 veröffentlicht worden.

Wir haben uns erlaubt auf einige der Ressourcen zu verlinken. Kennt wer die „Sammlung Kritische Männlichkeit“?


Die fünf neusten Beiträge:


Dies ist ein pro-feministischer Blog, der sich mit Themen der Männlichkeit und darüber hinaus auseinandersetzt. Wenn Du zum ersten mal hier bist, lohnen sich vielleicht diese zwei Texte: Was ist kritische Männlichkeit? und Herangehensweise an kritische Männlichkeit.

6 Kommentare zu “Ein hässiger Liebesbrief an meine Freunde aus der „linken Szene“”

  1. Sprachlich unterirdisch – und zwar so sehr, dass man den Text stellenweise überhaupt nicht verstehen kann. Nix gegen Dialekt im Alltag, aber schreibend sollte man das dann doch in verständliches Deutsch übersetzen – grade wenn man darum kämpft, verstanden und unterstützt zu werden.

    Was sind FINT*-Personen? Hieß das nicht bisher LGBTQ?
    Warum in Männer-WGs Tampons gekauft werden sollen, ist nicht nachvollziehbar. Frau hat sowas immer dabei, wenns gebraucht wird. Schon komisch, was heute so alles als sexistisches Verhalten gelabelt wird.

    Ansonsten hätte mich schon interessiert, was die Person eigentlich konkret auszuhalten hat. In der linken Szene, die ich kenne, ist man eigentlich sehr auf Inklusion aller „Andersartigkeiten“ bedacht – oft bis hin zur Bevorzugung.

    Dass man jede Menge Theorie rezipieren soll, ist ein überzogener Anspruch. Es reicht, sich nicht diekriminierend und übergriffig zu verhalten. Der Text erweckt den Eindruck, als müsse man erst Gender Studies absolivieren, um einen vernünftigen Umgang miteinander zu finden. Das ist definitiv zu viel verlangt und damit wird der/die Autor/in scheitern. Grade heute, wo ja immer weniger gelesen wird.

    1. Hast du den Text eigentlich ganz gelesen? Der Brief geht ja auf das Sprachliche ein. Im Übrigen empfinde ich deinen Kommentar genau als die Abwehrreaktion, die im Brief kritisiert wird.

      “[…] aber schreibend sollte man das dann doch in verständliches Deutsch übersetzen – grade wenn man darum kämpft, verstanden und unterstützt zu werden.“

      Du siehst also die Aufgabe gegen Sexismus zu kämpfen bei FLINT* Personen und nicht bei denjenigen, die ihn ausüben und davon profizieren? Wofür diese Abkürzung steht, findest du übrigens im Glossar dieses Blogs und sicher auch per Google. Soviel zum Thema sich pro-aktiv auseinanderzusetzen.

      Ich sitze hier übrigens mit zwei Frauen im Garten, die mir beide versichern sie haben schon mal Tampons vergessen. Betrachte es vielleicht eher als nette Geste für Personen mit Menstruation, die dich besuchen. Zumal Blutungen auch nicht immer zuverlässig nach dem Kalender kommen, wie du hoffentlich weißt.

      Danach wird dein Kommentar dann noch problematischer.

      Erst streitest du die Existenz von Sexismus ab. Hier mal einige Lesempfehlungen. Dieser Blog verlinkt noch auf viel mehr:

      – Subtile Erscheinungsformen von Sexismus (Julia Becker, 2014)
      – Warum es hin und wieder solidarisch ist, das T-Shirt einfach mal anzulassen (Mädchenmannschaft)
      – ZANK ZINE #2 (2019) „Was ist Punk? Oder viel wichtiger: Für wen ist Punk?„, S. 26-27 (online nicht abrufbar)
      – Ein Zine von U’n’S (2017):„Können wir jetzt über was anderes reden?“ Unsere Erfahrungen in Beziehungen mit cis-Männern
      – Schriftenreihe der Anarchistischen Gruppe Mannheim (2013): „Wieso soll ich sexistisch sein?“ (PDF)

      Die Links findest du hier: https://kritische-maennlichkeit.de/workshops/03082019-attac/

      Hier noch zwei aktuelle Fälle aus Berlin:
      https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1919080884882993&id=237686716355760&__tn__=-R
      https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2628935487213026&id=234837596622839&refid=52&__tn__=-R

      Lesen hilft, aber eigentlich gibt es auch genug Möglichkeiten Betroffenen zuzuhören oder sich mit Podcasts weiterzubilden.

      Und dann gehst Du in Täter-Opfer-Umkehr über:

      „In der linken Szene, die ich kenne, ist man eigentlich sehr auf Inklusion aller „Andersartigkeiten“ bedacht – oft bis hin zur Bevorzugung.“

      „Adersartigkeiten“? Problematisches Wording. „Bevorzugung“? Das ist Antifeminismus, auch wenn es dir vielleicht nicht bewusst ist. Darauf werde ich in einem separaten Text, wenn ich die Zeit finde, nochmal eingehen. Hier vielleicht ein kurzer Beitrag von unserem Instagram vom 18. Mai 2020 (https://www.instagram.com/p/CAUyulHnK4x/):

      „Ja wir haben ein MASSIVES Problem damit Täter-Opfer-Umkehr (Victim Blaming), die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt und anderen sexistischen Erfahrungen von Frauen und Trans*gender als legitimen Diskussionsstandpunkt zu akzeptieren! Täter-Opfer-Umkehr ist übrigens auch ein Problem bei einigen Männern, die sich selbst als pro_feministische verstehen, wie wir bei Workshops immer wieder feststellen müssen. Für diejenigen, die verstehen wollen, warum wir diese und ähnliche antifeministische „Argumente“ nicht akzeptieren, habe ich diesen kurzen Text geschrieben:

      Triggerwarnung: Antifeminismus, Täter-Opfer-Umkehr

      „Antifeministischer Argumentationen unterbrechen die Artikulation von Erfahrungen, die an feministische Diskurse anschlussfähig sind. […] Die Aussageform des Trolling unterscheidet sich von den beiden vorgenannten hinsichtlich ihrer diskursiven Ansicht. Während es beim Mansplaining und bei den antifeministischen Argumentationen um den inhaltlichen Beitrag geht, ist das Ziel beim Trolling zunächst lediglich den Kommunikationsverlauf subversiv zu stören.“ (1)

      Das ganze lässt sich sehr schön am Verlauf der Diskussion bei unserem letzten Post (vom 15.5.2020) sehen. Diverse @officiallyjoko und @damitdasklaas Fans scheinen den Post kaum zu lesen (geschweige denn ausführlichere Texte auf unserem Blog) bzw. gehen kaum auf inhaltliche Punkte ein. Kritische-maennlichkeit.de will in erster Linie Männer ansprechen, die Teil der Lösung und nicht des Problems sein wollen. Um sich mit gehaltvollen Aussagen zum Thema Männlichkeiten und Gender in diese Debatte einzumischen, müssen insbesondere Männer (aber beim Thema Victim Blaming sicherlich auch einige Frauen) erst mal die Basics verstehen.

      Und die Vermeidung von Täter-Opfer-Umkehr / Victim Blaming ist einer dieser Basics, wenn nicht der wichtigste!
      […V]erdammt nochmal warum ist es so schwierig zu verstehen, dass Respekt gegenüber Überlebenden sexualisierter Übergriffe und Anerkennung dieser Erfahrungen einfach wahnsinnig wichtig sind, um das Problem sexualisierte Gewalt überhaupt thematisieren zu können? Es überhaupt zu thematisieren ist vermutlich der erste Schritt in Richtung Besserung. Und ja auch Männer, die von sexualisierter Gewalt (oder z.B. Rassismus) betroffen sind, sind von Victim Blaming betroffen (meistens durch andere Männer, aber auch durch Frauen).“

      (1) Ganz & Meßmer: „Anti-Genderismus im Internet“, in: Hark & Villa [Hg.] „Anti-Genderismus“, 2015, S. 62-64.

      Ich glaube nicht, dass man „jede Menge Theorie rezipieren muss“. Aber das Verlernen von eigenen Sexismen, heteronormativem Denken und anderen Mechanismen, die Menschen ausgrenzen, erfordert ein gewisses Engagement, welches die Autor*innen zu recht von dir verlangen.

      1. Sorry, aber was du alles in meinen Kommentar hinein interpretierst, ist schon ziemlich irre!
        Wo hätte ich je Sexismus abgestritten?

        Und wieso ist „Andersartigkeiten“ ein problematisches Wort? Was wäre denn eine Benennung, die ALLE einschließt?? Also etwa PoC UND LQBT (meinetwegen auch „FLINT“).

        Und warum negierst du meine eigenen Erfahrungen im linken Millieu? Gruppen, die POC und LQBT explizit förderten, indem sie sie nicht „gleich“ behandelten, sondern gerne ein wenig bevorzugten – auf Redelisten, bei Stellenvergaben.. Glaubst du, ich sauge mir das aus den Fingern? Warum sollte ich?

        Ist es nicht ziemlich absurd, daran herum zu kritteln bzw. abzustreiten, dass es linke Gruppen gibt, die sich beispielhaft verhalten und deren Mitglieder nicht sexistisch, rassistisch oder gar übergriffig agieren?

        Den Artikel habe ich großteils gelesen, unverständliche Bereiche aber übersprungen. Ich negiere nicht, was sie sagt, sondern kommentiere es! Und habe auch mein Interesse formuliert, zu erfahren, wie und wo es zu diesen extremen Erfahrungen kommt. Dass sie schreibt, es sei ihr nicht auf die Formulierung angekommen, habe ich registiert. Das ändert aber nichts daran, dass der Text insgesamt darauf aus ist, ZU WIRKEN, Botschaften zu verbreiten, Verhaltensänderungen anzustoßen und und und. Dann ist es nun mal subobtimal, wenn ganze Passagen aufgrund des Versuchs, einen heftigen Dialekt zu verschriftlichen, gar nicht mehr zu verstehen sind.

        Im übrigen bin ich eine Frau. Das Pseudonym „Leander“ nutze ich gerne auf Männerblogs, da ansonsten die Projektionen zu extremen Höhen auflaufen, egal was ich sage. Hier ist es nun mal umgekehrt, was du im Glauben, ich sei ein linker Mann alles schreibst, ist echt verblüffend!

        Das Ganze ist im Übrigen typisch für die derzeitige, durchweg gestörte Kommunikation in der Neo-Linken. Es wird alles maximal böswillig gelesen, jedes Wort skandalisiert und mit Vermutungen und Unterstellungen gearbeitet, zu denen der jeweilige Text gar keinen Anlass gibt.

      2. Liebe Leonie,

        wenn dir der Text aufgrund des verwendeten Dialektes nicht zusagt, ist das völlig in Ordnung. Nur leider bedienst du dich in deiner Argumentation antifeministischer Negierung von Sexismus. Hier Sprechen Betroffene FLINT *Personen von den Übergriffen in linken Räumen durch cis Männer und sie haben jedes Recht, ein Medium zu wählen, welches ihnen dafür am meisten zusagt. Es ist eine lange patriarchale Tradition erstmal die Betroffenen von Sexismus zu kritisieren, sie würden sich „falsch“ Äußern. (Beispielsweiße zu laut, zu emotional, zu etc…) als die Kritik an die Verursacher zu richten (Beispielsweiße geraten Frauen oft in Erklärungsnot darüber, wie knapp denn die Kleidung gewesen wäre, sobald sie sexualisiert Gewalt Anzeigen).

        Dass die Linke Szene, die du so kennst, so um Inklusion bemüht ist wie du behauptest, freut mich sehr für dich! Wenn du keine negativen Erfahrungen gemacht hast, freut mich das umso mehr. Leider können das nicht alle FLINT* Personen behaupten. Bitte respektiere das. Dieser „Liebesbrief“ negiert auch nicht, dass es tolle linke Gruppen gibt. Aber in einer Situation, die Sexismus anspricht „Ja aber nicht alle sind so“ zu sagen ist Whataboutism und nicht sehr solidarisch mit den Betroffenen. Es geht hier gerade nicht um deine tolle linke Gruppe, sondern um die negativen Erfahrungen von FLINT* Personen.

        So, nun zu dem Begriff der „Andersartigkeit“. Ich bin eine Frau mit Migrationshintergrund und finde die Verwendung dieses Wortes für die Gruppe Menschen, zu denen ich zähle, mehr als verletzten, demütigend und entwürdigend. Ich bin nicht „anders“. Ich bin genauso Teil dieser Gesellschaft wie die weißen, deutschen, heterosexuellen, cis Männer die du mit dem Begriff der „Andersartigkeit“ automatisch zur Norm erklärst. Ehrlich gesagt lässt mich das an deiner tollen linken Gruppe zweifeln, ich glaube, ich würde mich dort verdammt unwohl fühlen. Übrigens geht es bei quotierten Redner*innenlisten nicht um eine Bevorzugung von FLINT* Personen, sondern darum, Nachteile auszugleichen (männliche Rededominanz)

      3. Noch als kleine Anmerkung von meiner Seite:

        Ja, ich gehe davon aus, dass Sprecher*innenposition beim Thema Diskriminierung eine große Rolle spielt.

        So kannst du dich als Selbstbezeichnung (als Frau) gerne unter „Andersartigkeiten“ einsortieren. Männer sollten Frauen (und auch cis Personen sollten Trans*gender) nicht so bezeichnen. Ich denke das ist feministischer Konsens. Erfahrungen von Personen, die Diskriminierung erleben, zu negieren (was du meiner Meinung nach tust), ist etwas anderes, als deine Aussagen zur „linken“ Szene anzuzweifeln (die Diskriminierung negiert). Auch das habe ich schon häufig klargestellt.

        Einen Punkt vielleicht noch für die interessierten Leser*innen (nicht weil ich glaube dich, Leonie, von was überzeugen zu können / wollen). Mich würde ja mal interessieren, was für „Männerblogs“ und „Projektionen“, die „zu extremen Höhen auflaufen“ du meinst? Da eigentlich so gut wie alle „Männerblogs“, die ich gelegentlich besuche, sexistisch und antifemistisch sind, machst du noch einmal genau das: Du stellst pro_Feminist*innen, die gegen Antifeminismus und Sexismus eintreten, mit diesen Blogs gleich. Während du da als Frau „extreme Höhen“ (=Sexismus / Antifeminismus) erlebst, haben wir hier ein Problem mit bestimmten (antifeministischen) Argumentationen, die eben immer wieder auftauchen. Und Schuldumkehr bzw. die Gleichstellung von Diskriminierung und dem Kampf gegen Diskriminierung ist hier kein akzeptables Argument! Aber ich bin zuversichtlich, dass du da auf Maskulistenblogs Zuspruch für bekommst.

        Und noch ein Text zum Thema linke Männer und Feminismus: http://achtermai.blogsport.de/2020/07/09/gespaltene-subjektivitaet-linke-maennlichkeit-und-sexuelle-grenzueberschreitungen-fuer-eine-pro-feministische-praxis-von-maennern/

  2. Wirklich traurig ist – wie an den Kommentaren zu sehen – dass viele Cis Typen keine Lust haben sich zu bessern. Es wird eben wieder nur das Opfer beschuldigt bzw. die Opfer (weil ICH soll ja für viele stehen)

    Vielleicht müssen Cis Typen selber mal erleben wie das ist als Cis Frau oder/und nicht-cis Person leben zu müssen. Ob das in diesem Leben was wird…

    Ich konnte jedenfalls selbst das im Dialekt geschriebene nachvollziehen, – vielleicht weil ich auf der Opferseite positioniert bin. Wir verstehen uns doch blind, obwohl mir öfters auffählt, dass viele Opfer nicht die Hoffnung darauf aufgaben, dass Cis Typen sich bessern.
    Ich bin da anders. Ich denke -also glaube nicht – dass die sich bessern. Die sind so festgefahren in ihrer Stumpfheit und Brutalität und bekommen dafür auch „Prämien“ -nicht gerade wenige von Cis Frauen. Die meisten sehen überhaupt keinen Sinn sich zu ändern, damit es ANDEREN besser geht.

    Das ist traurig für uns die Opfer, aber was wenn wir gar nicht auf die Cis Typen angewiesen sind? Ich schlage vor, eine Alternative muss erdacht werden. Dafür brauch es Energie die uns kaum zur Verfügung steht. Wir werden sozial seit Kindheitstagen ausgelaugt (objektifiziertwerden und keine vorbilder bekommen laugt sehr aus!).
    Jedoch könnte wir den Rest, der in die Hoffnung gelegt wird, Cis Typen zur Einsicht oder gar Demut zu bringen (sich zu entschuldigen), dafür nutzen um eine Alternative zu schaffen, die ohne diese Cis Typen auch zum Ziel führt.
    Wir müssten vermutlich radikaler denken und handeln. Misandristischer, denn anders scheinen die es nicht zu begreifen.

    Wir sollten uns einen Planeten denken, der nicht auf die Existenz von Cis Typen angewiesen ist. Ein Planet der kein männliches Geschlecht mehr auf sich leben lässt, wäre auch ein Planet, der sich mit weniger/bis keiner Kindesschändung, Vergewaltigungen, Menschenhandel, Objektifikation/Pornofikation, finanzieller Ungleichheit, solchen Sachen wie Upskirting und anonymen Bild-Ton & Videoaufnahmen von das Klo benutzenden Frauen und Mädchen u. dgl. weiter dreht.
    Ich will sogar behaupten, die Tiere hätten auch was davon, denn Männlichkeit ist nicht allzuselten mit Fleisch-Käseverzehr verbunden. Und auch Cis Typen stehen auf Echtledersitze im Auto.

    Was ich sagen will, ist, wir sollten ehrlich darüber nachdenken, ob wir so handeln -wenn wir als Industriemensch leben haben wir häufiger eine Wahl – , dass Personen des männlichen Geschlechts überhaupt zu existieren beginnen. Zumal wir auch dessen Folgen für Frauen und Mädchen anhand solcher schrecklichen Länder wie Indien und China ablesen können.
    Der mehr vom männlichen Geschlecht desto schrecklicher werden die Lebensbedingungen für Personen des „anderen“ Geschlechts und nichtbinärer Personen.
    Das ist eine Wahrheit die sich ständig wiederholt, aber die Realität die sie erzeugt ist nicht unveränderbar. Dafür zu sorgen, dass kaum mehr männliche Föten entstehen, wäre doch eine Überlegung wert oder mehrere. Und auf jedenfalls sollte eine Praxis dessen nicht als blanke Spinnerei abgetan werden.
    Für mich – die zahlreiche Studien, Statistiken und andere Forschungserkenntnise auswerten konnte plus Diskriminierungserfahrungen persönlich erleben musste – ist es keine Spinnerei. Es ist einfach erst mal ein konsequenter Vorschlag, über den ich zum Nachdenken annimieren möchte.
    Stell dir einen Planeten vor auf dem tatsächlich kaum mehr und bald darauf gar keine männliche Personen mehr zu existieren anfangen. Mithilfe der medizinischen Techniken, könnte doch künstliche Partenogenes machbar sein. So entstehen immer nur „Mädchen“ und „Frauen“.
    Das System wäre kaum mehr wettkampforientiert. Euthanasie (aktive Sterbehilfe) würde vermutlich ganz legal sein. Auf ein veganes Konsumverhalten gebe es staatliche Prämien. Wir würden in einem hightech Matriarchart leben, das sich eventuell sogar dem negativen Utilitarismus verschrieben hat.
    Ich persönlich wünschte mir, diese Welt würde real. Mit als erstest würden sie wohl barrierefreie Gedenksteine und Museen errichten, die einerseits die Natur nicht behindert, andererseits auf den jahrhundertealten oder sogar jahrtausendealten misogyn-heterosexistisch und speziesistischen Terror verweisen. Gedenkstätten, der Millijarden-Lebewesen die Cis Typen zum Opfer vielen.
    Und Triumphsäle könnte ich mir auch vorstellen. Siegeshymnen usw. die Zeugschaft tragen, dass der Terror nun endlich ein Ende gefunden hat.

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